Offener Brief ans Strassenverkehrsamt Bern

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Liebes Strassenverkehrsamt Bern,

Du kennst es: Seit ein paar Jahren besteht in der Schweiz die sogenannte 2-Phasen-Prüfung. Das heisst, dass Neulenker nach der praktischen Fahrprüfung einen "Führerschein auf Probe" (ich nenns mal FaP) erhalten und innerhalb der nächsten drei Jahre zwei Fortbildungskurse absolvieren müssen. Frühestens einen Monat vor Ablauf dieser Frist kann der normale Führerausweis beantragt werden. So weit, so gut.

Jetzt war die Situation folgende: Zusammen mit meiner Freundin flog ich am Montag, 25.10.2010 in die USA. Ferienzeit. Durch den Süden der USA cruisen. Mit Auto. Yay! Dummerweise war das Fristende beschriebenen FaPs meiner Freundin genau in den Ferien. Also hat sie Dir ihren FaP über zwei Wochen vor unserer Abreise mit einer schriftlichen Erklärung ihrer Situation und der Bitte um prompte Erledigung zugeschickt.

Der vorferienliche Stress began. Man kennt das ja: Alle Rechnungen bezahlen, Post verwalten, Katze unterbringen, Nachbarn zum Blumengiessen einspannen, etc.

So war dann auch bald Dienstag. 19ter des Oktobers. Noch 6 Tage bis zu unserer Abreise. Leider noch immer keine Post von Dir. Also rief meine Freundin bei Dir an. Ein netter Herr lobte sie für ihren Anruf und versprach die sofortige Erledigung in die Wege zu leiten - da diese eigentlich erst für Freitag eingeplant gewesen wäre. Gutgläubig wie wir sind/waren, glaubten wir ihm und freuten uns.

Die Tage verstrichen und schon war Freitag. Tee minus 3 Tage. Immer noch keine Post von Dir. Magst Du uns nicht? Also klingelte geliebte Freundin erneut bei Dir durch. Sie erhielt die Auskunft, dass der Antrag heute Morgen bearbeitet wurde und bereits auf der Post sei. Sie könne ihn deshalb auch nicht persönlich abholen. Da freuten wir uns aber.

Es ist Samstag, der Postbote bringt nicht nur keinen Brief von Dir, er demonstriert auch noch in Bern. Scheisse. Und ab Montag lassen wir unsere Post zurückhalten. Rufen wir doch mal die gelben Engel an und fragen, ob die uns den Brief an einer Verteilstelle aushändigen können. Können sie, gegen Vorweisung eines amtlichen Ausweises. Sehr gut, Plan B steht.

Doch Plan A ist zeitlich geeigneter: Am Montagmorgen, zwei Stunden vor unserer Abreise, um halb Acht bei Dir aufmarschieren und nicht ohne gültigen Führerausweis wieder gehen.

Es ist besagter Morgen, wir kämpfen uns aus dem Bett, erledigen den letzten Abwasch, verräumen den Staubsauger und denken nochmals an unsere Katze. Diese süsse Katze, wenn Du nur wüsstet... Also: Meine Freundin baut sich mit Kaffee eine Strasse zu Dir und was kriegt sie zur Antwort:

Gut sind Sie vorbeigekommen, ihr Führerausweis wurde noch nicht verschickt. Sie können ihn gerne gleich mitnehmen.

Noch Fragen? Unser Anliegen wurde von Dir wie Dreck behandelt und wir wurden von Dir mehrmals angelogen, bzw. falsch informiert.

Wir hätten gerne die zwei schlaflosen Nächte vom Wochenende zurück, liebes Strassenverkehrsamt Bern.

Deine unzufriedenen und enttäuschten Kunden
Philippe und Nani

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