Fremdsprachen an Team-Meetings

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Wir alle kennen es: Um 06:45 Uhr bereitet der Wecker dem Schlaf ein jähes Ende. Wir und unser geliebter Schlaf kämpfen wacker dagegen an, doch um 06:53 Uhr schlägt der Wecker erneut zu. Der Schlaf kontaktiert seine Anwälte: Verdacht auf vorsätzliche Tötung. Wären wir bloss früher ins Bett gestiegen...

Bei flexiblen Arbeitszeiten ist man sich Frühaufstehen einfach nicht gewohnt. Doch selbst Zähneputzen mit Kaffee kann an der Tatsache nichts ändern: Heute ist Meeting. Um 08:00 Uhr.

Mit Müh und Not landet man pünktlich in einem unbequemen IKEA-Stuhl und dann kommt's: *BÄNG* ... Englisch!


Es gibt gute Gründe ein Meeting auf Englisch zu führen, z.B. wenn ein Teilnehmer kein Deutsch versteht. Doch oft geht dabei leider vergessen, dass nicht alle anderen Teilnehmer perfekt Englisch sprechen. Ich persönlich gehöre zur Sorte Verstehe-eigentlich-alles-und-kann-einigermassen-gut-schreiben-aber-spreche-viel-zu-selten. Und selbst wenn ich es schaffe die passenden Wörter zu finden, ich kann mein Anliegen nie so gut rüberbringen wie auf Deutsch. Dazu müsste ich die Fremdspache einfach perfekt beherrschen. Und das tue ich nicht - wie viele andere.

Was wir also feststellen ist folgendes:

Eine Fremdsprache zu verstehen ist in der Regel einiges einfacher, als sie zu sprechen.

Für unser Meeting bedeutet dies nun, dass sobald der englischsprechende Teilnehmer das Deutsche einigermassen verstünde, es keinen Grund gäbe, dass wir anderen Teilnehmer in einer Fremdsprache sprechen müssten. Besagter Teilnehmer könnte seine Meinung aber immer noch in seiner Muttersprache auftischen (solange wir sie verstünden, natürlich).

Meiner Meinung nach sollte ein Meeting nicht zu einem Sprachkurs verkommen. Dazu sind die auszutauschenden Informationen doch einfach zu wichtig. Wenn die Beherrschung einer Fremdsprache für die Mitarbeiter dem Arbeitgeber so wichtig ist, sollte er geführte, interne Sprachkurse organisieren. So profitieren alle.

Absurde Züge nimmt das Ganze übrigens dann an, wenn alle Teilnehmer deutschsprachig sind, aber das Meeting in Englisch geführt wird (wie mir von einem Kollegen so erzählt wurde, und Anlass für diesen Artikel war).

(Ich habe für Beispiel zwar die englische Sprache gewählt, aber ich denke, man kann die Problematik problemlos auf andere Sprachen übertragen.)

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